Einführung in die Theorien der Intersektionalität

Intersektionale Theorien zur Erklärung unterschiedlicher verknüpfter Ungleichheits- und Unterdrückungsverhältnisse haben eine lange politische Tradition. Sie gingen von der Kritik Schwarzer Feministinnen an der (weißen) feministischen Bewegung in den USA aus. Die Kritik speiste sich aus der besonderen Situation Schwarzer Frauen, gleichermaßen als Frau und Nicht-Weiße von Diskriminierung betroffen zu sein. Damit gingen die Forderungen einher, rassistische, geschlechtsspezifische, homosexuelle und klassenbezogende Unterdrückung auf die politische Agenda zu setzen und in Analyse und Praxis zu fokussieren.

Im Kontext dieser Auseinandersetzungen um Geschlecht, „Rasse“ und Klasse wurde erkannt, dass eindimensionale Analysen von Herrschaft und Diskriminierung nicht ausreichen, um die komplexen Verknüpfungen in der Lebensrealität der Subjekte zu erfassen.

Der Workshop will versuchen, diese, mitunter recht komplizierten, inspirierenden und äußerst kontroversen Fragestellungen der Auseinandersetzungen verständlich nachzuzeichnen und in einen politischen Kontext zu setzen. Dabei können auch die eigenen gesellschaftlichen Positionierungen und politische Praxen thematisiert werden.

by Ralf Mahlich

Ralf Mahlich: Mein persönliches Interesse an intersektionaler Theorie und Praxis ergibt sich zum einen aus meinen Bezügen zu diversen sozialen und politischen Bewegungen. Zum anderen beschäftige ich mich zurzeit im Rahmen der Gender Studies mit intersektionalen Ansätzen in der Antidiskriminierungspädagogik.