Das Kapital und die Verzauberung des Geschlechts. Frau und Familie im Kapitalismus: von der Hexe zur Rabenmutter.

Ein Grundpfeiler der sogenannten ursprünglichen Akkumulation des Kapital war die langsame Enteignung der Bevölkerung von ihren Produktionsmitteln. Wird für den Mann die Fabrik und die Sphäre des Öffentlichen zum Schauplatz seiner Ausbeutung und Disziplinierung, so bildet der Körper gerade innerhalb privater Sphäre den Ort der Unterdrückung und der Ausbeutung der Frau.

In dem Seminar soll anhand verschiedener historischer Momente die Entwicklung der Figur der Frau im historischen Übergang von Feudalismus zu Kapitalismus thematisiert werden. Es soll gezeigt werden, dass sich Beziehungsweisen zwischen den Geschlechtern in Abhängigkeit und Wechselwirkung zu ökonomischen Situationen entwickeln. Betrachtet wird das Ganze aus der Perspektive der Frau. Ihr Bezug zu sich selbst, die Art und Weise wie sie in der Gesellschaft verhandelt wird und die Transformation ihrer sozialen Rolle innerhalb sich verändernder Gesellschaftsstrukturen wird thematisiert. Ausgehend von europäischen Hexenverbrennungen wird die Entwicklung der Frau nachvollzogen, welche in der neuen Rolle der versinnbildlichten Mutter die Bühne der bürgerlichen Kleinfamilie betreten wird. Der Workshop richtet sich an alle Interessierten, mit und auch gerne ohne Vorkenntnisse.

Sarah Pansy studiert Politikwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Bremen und Oldenburg.